Die Vereinten Nationen mit ihren 192 Mitgliedsstaaten vertreten keine Religion, sagte UN-Generalsekretär Ban bei einer Veranstaltung zum ersten Jahrestag der Rede Papst Benedikts XVI. vor den Vereinten Nationen in New York. Trotzdem teile er viele gemeinsame Werte mit dem Papst, allen voran den Glauben an die angeborene Würde und die gleichen Rechte für jedes menschliche Wesen, so Ban Ki-moon.
Gemeinsame Anliegen von UNO und römisch-katholischer Kirche seien auch der Kampf gegen Armut und Ungleichheit, der Einsatz für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit sowie zur Konfliktprävention und gegen Kernwaffen, betonte der UN-Chefbeamte. Papst Benedikt sprach 2008 als dritter Papst vor der UNO. In seiner Rede bekräftigte er die Bedeutung der Menschenrechte und betonte zugleich, dass diese Rechte der “Offenheit auf Gott” verpflichtet seien.
Als erster Pontifex besuchte Papst Paul VI. im Oktober 1965 die Vereinten Nationen. Papst Johannes Paul II. sprach 1979 und 1995 vor der Staatengemeinschaft. Der Heilige Stuhl, wie der Vatikan völkerrechtlich heisst, ist auf eigenen Wunsch hin kein UN-Mitglied, hat aber seit 1964 permanenten Beobachterstatus.
Der südkoreanische Diplomat und Politiker Ban wurde im Dezember 2006 als Generalsekretär der Vereinten Nationen vereidigt und trat sein Amt offiziell am 1. Januar 2007 an. Von 2004 bis 2006 war Ban Aussenminister Südkoreas.
]]>Das müsse im Interesse aller sein, “die das menschliche Leben und die friedliche Entwicklung hochschätzen”, heisst es in einer am 8. August veröffentlichten Botschaft des Katholikos-Patriarchen. Jahrhundertealte Freundschaft und familiäre Beziehungen würden das georgische und das ossetische Volk verbinden, erinnerte Elias II. Noch wichtiger sei aber, dass die beiden Völker durch ihr christliches Bekenntnis geeint seien: “Wir müssen friedlich zusammenleben ohne Blutvergiessen”.
Bereits im Mai hatte der Patriarch leidenschaftlich an die georgischen, südossetischen und abchasischen Politiker appelliert, alle Probleme “durch friedlichen Dialog” zu lösen. Wörtlich sagte Elias II. damals: “Alle bewaffneten Konflikte oder militärischen Aktionen sind inakzeptabel, weil sie zu unübersehbaren Konsequenzen führen”. Die georgisch-orthodoxe Kirche werde alles tun, um das Vertrauen zwischen Georgiern, Südosseten und Abchasen wiederherzustellen, “sodass ein geordnetes Zusammenleben möglich ist”.
]]>Die gemeinsame Erklärung zu Klimawandel und Energiesicherheit, auf die sich die G 8-Staaten und die wirtschaftlich schnell wachsenden Staaten Australien, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Südkorea, Mexiko und Südafrika heute geeinigt haben, bleibt nach Ansicht der Organisation sogar noch deutlich hinter der eigentlichen Abschlusserklärung der G 8 zurück, weil jegliche Konkretisierung fehle. “Das zeigt, dass es unter den Wirtschaftsmächten an Ernsthaftigkeit, Entschlossenheit und Vertrauen fehlt. Die G 8, die allein fast zwei Drittel der Treibhausgase zu verantworten haben, werden ihrer Vorbild- und Führungsrolle nicht gerecht”, heißt es weiter.
“Rückschritt statt Fortschritt” – so fasst Sushovan Dhar von der indischen Partnerorganisation “Vikas Adhhyayan Kendra” (VAK) die ungenügenden Gipfelergebnisse zusammen. Auch die prominente indische Bürgerrechtlerin Vandana Shiva, ebenfalls “Brot für die Welt”-Partnerin, kritisiert, dass die G 8 ihre Verantwortung gegenüber den Armen nicht wahrnehmen, die zutiefst ungerechten Weltwirtschaftsstrukturen zu ändern, um den Hunger zu besiegen.
“Es ist fast schon zynisch: Der millionenfachen Verletzung des Menschenrechts auf Nahrung wird nicht begegnet, wenn die Abschlusserklärung zwar mit großer Sorge anerkennt, dass die Hungerkrise strukturelle Ursachen habe, dann aber keine konkreten Lösungsschritte beschlossen werden, diese zu überwinden”, erläutert Carolin Callenius, Ernährungsexpertin von “Brot für die Welt”. Der Gipfel habe im Kampf gegen den Hunger nichts gebracht, fügt sie hinzu.
Eine ausführliche Bewertung der Ergebnisse sowie das Hintergrundpapier “G8-Gipfel: Jetzt richtig die Weichen für mehr Ernährungssicherheit stellen” können Sie herunterladen unter www.brot-fuer-die-welt.de/g8.
]]>Unter den mehr als 50 eingeladenen Vertretern der Weltreligionen sind Vertreter der Anglikanischen Kirche, lutherischer und reformierter Kirchen, der römisch-katholischen Kirchen und orthodoxer Kirchen ebenso wie namhafte Vertreter des Islams, des Judentums und östlicher Religionen.
Zum ersten Mal fand eine ähnliche Konferenz mit Vertretern christlicher Kirchen anlässlich des G8-Gipfels in Schottland im Jahr 2005 statt. In Russland wurde dann anlässlich des G8-Gipfels 2006 ein „Religious Leaders Summit“ mit Vertretern der verschiedenen Weltreligionen veranstaltet.
Pressestelle der EKD
]]>Der Gottesdienst wird von der Dienststelle des Bevollmächtigten des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union und vom Kommissariat der Deutschen Bischöfe in Berlin veranstaltet. Für die Koptisch-Orthodoxe Kirche wird Bischof Damian teilnehmen. Für die musikalische Begleitung sorgt der Berliner Gospelchor “Spirited” unter der Leitung von Christoph Zschunke.
Im Rahmen einer mehrtägigen Tagung, zu der Jugendliche, die sich gegen fremdenfeindlich, rassistisch und antisemitisch motivierte Gewalt engagieren, aus der gesamten Bundesrepublik nach Berlin eingeladen sind, bildet der Gottesdienst den Auftakt für die Veranstaltungen des Verfassungstages. Der “Tag des Grundgesetzes” soll daran erinnern, dass es des persönlichen Engagements bedarf, um die grundgesetzlich festgeschriebenen Werte der Menschenwürde und Toleranz täglich zu verwirklichen.
Das “Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt” wurde im Jahr 2000 vom Bundesinnenministerium eingerichtet. Seitdem haben sich mehr als 1.300 Gruppen und Einzelpersonen zur Mitarbeit bereit erklärt. Diese Kräfte will das Bündnis bündeln und dadurch die Grundwerte der Verfassung in der Öffentlichkeit stärken. Die zentrale Präsentation dieses zivilgesellschaftlichen Engagements findet alljährlich am Tag des Grundgesetzes statt.
]]>pax christi distanziert sich von allen Formen der Gewaltanwendung zur Durchsetzung politischer Ziele. Die Bundesanwaltschaft verfolgt mit Recht rund 40 Anschläge zwischen 2005 und 2007. Aber wir fragen nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel und haben Sorge, dass hier mit der Keule des Terrorismusvorwurfs die gesamte Protestbewegung getroffen werden soll.
pax christi befürchtet, dass über solche Einschüchterung, Diffamierung und Kriminalisierung der Proteste eher weitere Gewalt provoziert als eingedämmt wird.
pax christi unterstützt die Demonstration am 2.6.2007 und den Alternativgipfel in der anschließenden Woche anlässlich des Treffens der sog. G 8, weil dieses Treffen der Staatschefs der mächtigsten Industriestaaten – und nicht zuletzt auch die durch den absurden Zaun um Heiligendamm herum dokumentierte Machtdemonstration – Widerspruch und Ansporn zu einer gerechteren Weltpolitik braucht.
Als Friedensbewegung sehen wir, dass die ungleiche Macht-, Ressourcen- und Reichtumsverteilung weltweit den Frieden zunehmend gefährdet und unterstützen deshalb durch die pax christi-Kommission „Globalisierung und Weltwirtschaft“ die gewaltfreien Proteste sowie die Suche nach Alternativen.
Dr. Reinhard J. Voß, Generalsekretär
]]>Im Rahmen der Auftaktveranstaltung diskutieren der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück über Perspektiven des “Sozialen Protestantismus in einer globalisierten Welt”.
Bereits am Nachmittag des 9. Mai 2007 veranstaltet die Stiftung dem Thema: “Die Zukunftsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft” einen Workshop für Studierende aller Fachrichtungen mit Professorin Doris Neuberger, Volkswirtin in Rostock, dem Chefvolkswirt des DGB, Dierk Hirschel, dem Direktor Wirtschaftspolitik und Kommunikation der Otto-Group Thomas Voigt und dem Bochumer Sozialethiker Professor Traugott Jähnichen.
“Es ist für den Sozialen Protestantismus kennzeichnend, dass er immer beides, die Freiheit des Einzelnen zu verantwortlichem Tun, aber auch seine Verpflichtung hierzu, und die Aspekte der sozialen Gerechtigkeit integrierend betrachtet. Von Anfang an ging es immer darum, gemeinsame Wertorientierung zwischen den Leistungseliten dieser Gesellschaft und den sozial Schwächeren, ja den Armen, zu fördern. Der Soziale Protestantismus wirkt in dieser Hinsicht sozial integrierend in der Gesellschaft,” erklärt Präses Nikolaus Schneider, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Sozialer Protestantismus, Mitglied des Rates der EKD.
Schwerpunkte der Arbeit der Stiftung liegen in der Durchführung und Unterstützung von Bildungsveranstaltungen, Forschungsprojekten, theologischen wirtschafts- und sozialethischen Studien und wissenschaftlichen Publikationen. Aber auch soziale Projekte und Angebote der ethischen Qualifizierung von Verantwortungsträgern in der Wirtschaft sind vorgesehen. In all diesen Aktivitäten sieht sich die Stiftung in der Tradition des Evangelisch-Sozialen Kongresses, der Evangelischen Akademien und auch des Deutschen Evangelischen Kirchentages.
Am Buß- und Bettag 2008 wird die Stiftung erstmalig den mit 10.000 Euro dotierten “Arthur-Rich-Preis” für Verdienste um den Sozialen Protestantismus vergeben. Die Stiftung fördert zudem das “Jahrbuch Sozialer Protestantismus”, dessen erster Band mit dem Titel “Kontinuität und Umbruch im deutschen Wirtschafts- und Sozialmodell” ebenfalls am 9. Mai vorgestellt wird. Herausgeber sind die Sozialethiker Heinrich Bedform-Strohm, Traugott Jähnichen, Hans-Richard Reuter, Sigrid Reihs und Gerhard Wegner im Auftrag der Stiftung Sozialer Protestantismus, des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt und des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD.
]]>Nach Veranstalterangaben haben sich auch 40 Bischöfe verschiedener Konfessionen angemeldet, darunter Kardinal Walter Kasper aus Rom und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber. Die Schirmherrschaft der Veranstaltung haben EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther H. Oettinger übernommen.
“Wir können einen entscheidenden Beitrag geben für das Miteinander der Kirchen und innerhalb von Europa”, betonte Gerhard Pross vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) an einer Medienkonferenz in Stuttgart.
Drei Jahre nach der ersten Veranstaltung von “Miteinander für Europa” im Mai 2004 am gleichen Ort gehe es nun am 12. Mai darum, in Stuttgart eine erste Bilanz zu ziehen, so die Veranstalter. Im Mittelpunkt stehen Initiativen für Frieden und Gerechtigkeit, für Arme und Benachteiligte, für Arbeit und für Familie. Darüber hinaus werde die Frage erörtert, wie das gemeinsame gesellschaftliche Engagement weiter ausgebaut werden könne. Dazu erwarteten die Teilnehmer inhaltliche Impulse von Ulrich Parzany, dem ehemaligen Generalsekretär des CVJM-Deutschland und Leiter der Initiative “Pro Christ”, Nicky Gumbel von Alpha International, Andrea Riccardi, dem Gründer der Gemeinschaft Sant´Egidio, und Chiara Lubich, Gründerin der internationalen Fokolar-Bewegung.
Dieses Jahr werden rund 12 000 Christen aus ganz Europa erwartet. Zu ersten Treffen dieser Art im Mai 2004 waren rund 10 000 Katholiken, Protestanten und Mitglieder von Freikirchen nach Stuttgart gekommen. Jetzt habe sich das Spektrum um Christen aus dem orthodoxen und anglikanischen Raum erweitert, sagte Pross.
Die Initiative “Miteinander für Europa” ist ein internationales Netzwerk von rund 250 christlichen Bewegungen und Gemeinschaften aus ganz Europa. Sie entstand 1999 und verbindet protestantische, römisch-katholische, anglikanische und orthodoxe Christen ebenso wie Mitglieder von evangelischen Freikirchen und neuen Gemeinden.
Zu den Initiatoren gehören geistliche Gruppen wie die katholische Fokolar- und die Schönstatt-Bewegung, die Gemeinschaft Sant’Egidio und die Initiative “Pro Christ”. Das gemeinsame Ziel aller Beteiligten seien “mündige, aufgeklärte Christen”, sagte Herbert Lauenroth, Mitglied des Organisationskomitees. Viele Menschen in Europa sehnten sich in neuer Weise nach Religion, Spiritualität und Werten. “Diese Rückkehr des Religiösen ist aber mit zunehmender Individualisierung verbunden, mit immer weniger Bereitschaft, aus der inneren Befindlichkeit zu gemeinsamem Handeln zu kommen”, sagte Lauenroth. Dem solle der Kongress in Stuttgart entgegenwirken.
]]>“Wir freuen uns, dass wir seit Jahren mit der Serbischen Orthodoxen Kirche konstruktive Gespräche über die Rolle der Religion, über Geschichte und aktuelle Entwicklungen führen können.” An der Tagung nehmen unter anderem der Leiter des Amtes für Menschen- und Minderheitenrechte der serbischen Regierung, Petar Ladjevic, der Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Colin Williams und die Europa-Abgeordnete Erika Mann teil. Bischof Porfirije von Jegar, Diözese Backa (Novi Sad) leitet die Delegation der Serbischen Orthodoxen Kirche.
Seit 1999 bilden die jährlichen Konferenzen eine Plattform für Politiker, hochrangige Kirchenvertreter und Experten aus Serbien und Deutschland, um den Weg Serbiens und der Kirchen im europäischen Kontext zu diskutieren. Die Tagungen dienen dazu, Gespräche zu ermöglichen über die Lage Serbiens im heutigen Europa und über die Rolle der Kirchen im Prozess der Versöhnung und Stabilisierung der Situation auf dem Balkan. Teilnehmende sind Persönlichkeiten des kirchlichen, öffentlichen und politischen Lebens, sowie Fachleute aus Kirche und Politik aus Deutschland und Serbien. Zur diesjährigen Tagung, die am 27. und 28. April im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ziegelstr. 30, 10117 Berlin, stattfindet, werden etwa siebzig Teilnehmende aus Serbien und Deutschland erwartet. Hauptreferate halten Professor Bogoljub Sijakovic, Religionsminister a.D. (Belgrad), Petar Ladjevic, Leiter des Amtes für Menschen- und Minderheitsrechte, Regierung der Republik Serbien (Belgrad) und Christoph Thiele, Kirchenamt der EKD (Hannover).
Es handelt sich bei der Tagungsreihe um einen begleitenden Prozess, dessen vorläufiges Ende noch nicht abzusehen ist, erläutert Auslandsbischof Schindehütte. Dieser Prozess habe bereits Einfluss genommen auf die Gesetzgebung in Serbien im Blick auf die Religionsgesetzgebung und die Verankerung des Religionsunterrichtes in der Schule. Weitere Themen der Gespräche seien die Menschenrechte, Kultur und Medien, die Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft, Militärseelsorge, Zivildienst und Sozialdienste der Kirche. 2003 fand die Konferenz erstmals in Serbien statt und stellte die Frage nach Kirche und Identität. Nach einer Konsultation 2004 in Berlin und 2005 in Golubac, Serbien, fand im August 2006 statt einer regulären Konferenz eine interkonfessionelle Studierendenkonferenz in Berlin mit Teilnehmenden aus dem Kosovo, dem serbischen Stammland und aus Deutschland statt.
]]>Fast 160.000 Menschen suchen seit zwei Wochen in der Stadt Batticaloa Schutz. Mehr als die Hälfte von ihnen campiert auf Straßen, Plätzen oder freiem Feld. Viele hungern und haben keine medizinische Versorgung. “Die internationale Gemeinschaft muss endlich etwas gegen diese absehbare Katastrophe unternehmen und Druck auf die Regierung Sri Lankas ausüben”, forderte der Südasien-Koordinator von medico international, Thomas Seibert, im Namen des Bündnisses.
Nach wie vor treibt die Armee ganze Gruppen von Flüchtlingen gegen ihren Willen ins Kampfgebiet zurück. Dort sind sie durch das Geschützfeuer der Kriegsparteien bedroht und laufen Gefahr, in Minenfelder zu geraten.
Zugleich werden die Flüchtlinge, aber auch die Einwohner Batticaloas, immer häufiger von Paramilitärs der Karuna-Gruppe überfallen, die plündernd durch die Straßen ziehen und nachts Jagd auf schutzlose Frauen machen. Die von der LTTE abgespaltenen und jetzt mit der Armee verbündeten Paramilitärs sind offenbar außer Kontrolle geraten; im Streit um Beutegut kämpfen sie mittlerweile sogar untereinander. Die Karuna-Gruppe rekrutiert auch zwangsweise Kinder.
“Während Armee und zivile Regierungsstellen sich selbst kaum um die Flüchtlinge kümmern, behindern sie gleichzeitig die vor Ort tätigen Hilfsorganisationen”, kritisierte Seibert. Diese werden mittlerweile ebenfalls von den Karuna-Rebellen überfallen. Durch die Sperrung mehrerer Zufahrtsstraßen ist es nahezu unmöglich geworden, dringend benötigte Hilfsgüter in die Region zu bringen.
Zehntausende Flüchtlinge werden nur von der selbst Not leidenden Zivilbevölkerung Batticaloas versorgt. Katastrophal ist vor allem die hygienische Situation, weil die Menschen gezwungen sind, ihre Notdurft auf offener Straße zu verrichten. In der Folge außergewöhnlich heftiger Regenfälle breiten sich Durchfall-, Erkältungs- und Fiebererkrankungen epidemisch aus.
Ohne massiven internationalen Druck werden die Bürgerkriegsparteien ihre Verhandlungen nicht wieder aufnehmen. Die Verantwortung für die aktuelle Eskalation liegt vor allem bei der Regierung in Colombo. Deshalb fordert das “Bündnis Entwicklung hilft” die Bundesregierung und den Bundestag auf, gemeinsam mit der Europäischen Union den Druck auf Colombo zu erhöhen “Es ist nicht nur menschlicher, sondern auch ökonomischer, jetzt zu handeln, anstatt hinterher die Opfer zu beklagen und zu versorgen”, mahnte Seibert.
Die srilankischen Partner des Bündnisses sind seit Jahren mit einer Vielzahl von Hilfs- und Entwicklungsprojekten in den Bürgerkriegsgebieten aktiv und unterstützen aktuell die Entsendung mobiler Kliniken zur medizinischen Versorgung der Flüchtlinge in Batticaloa.
(misereor)