Die Ratsleitung ist die Versammlung der Vertreter und Vertreterinnen der nunmehr 30 Mitgliedskirchen des ÖRBB, die sich viermal im Jahr zusammenfinden. Der ÖRBB ist der „Berliner Sonderweg“ – als regionale ACK (=Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) ist der ÖRBB dahingehend aufgebaut, dass die jeweils „Kirchenleitenden“ die „geborenen“ Mitglieder in der Ratsleitung darstellen. Horst H. Krüger ist seit Anfang der 70er Jahre der Delegierte der BMG.
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FRANKFURT (mennonews.de) – Auf der heutigen Pressekonferenz in Frankfurt/Main stellte der US-Deserteur André Shepherd der deutschen Öffentlichkeit seinen Asylantrag vor. Er hatte den Antrag am Tag zuvor als erster US-Deserteur des Irakkrieges beim Bundesamt für Migration gestellt. Die Pressekonferenz wurde ausgerichtet von der in Bammental ansässigen Beratungsstelle für US-SoldatInnen, dem Military Counseling Network das zum Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee gehört und dem Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V.
André Shepherd war als Mechaniker für die Kampfhubschrauber Apache in Katterbach (Bayern) stationiert. Ein halbes Jahr lang wurde er 2004 und 2005 in der Nähe von Tikrit im Irak eingesetzt. Vor einer erneuten Verlegung im Jahre 2007 entschloss er sich, die Armee unerlaubt zu verlassen, da er sich bis dahin ausführlich über den Kriegseinsatz informiert hatte. “Als ich las und hörte, wie Menschen von den Maschinengewehren zerfetzt oder von den Hellfire-Raketen regelrecht in Stücke gerissen wurden, und erfuhr, wie Gebäude und Infrastruktur zerstört wurden, begann ich mich zu schämen für das, was ich da tat. Es war ein widerliches Gefühl, mir eingestehen zu müssen, dass ich im Grunde Tag für Tag am Abschlachten von stolzen Menschen beteiligt war.”
André Shepherd führte auf der heutigen Pressekonferenz seine Beweggründe für die Flucht aus der Armee und die Asylantragstellung aus. Er sieht den Krieg im Irak, wie den in Afghanistan, als illegal an. “Ich glaube, dass die Apache-Hubschrauber für einen bedeutenden Teil der getöteten Zivilisten im Irak verantwortlich sind, deren Zahl zuletzt auf 1,4 Millionen geschätzt wurde. Ich wusste, wenn ich noch einmal gehe, werde ich für den Tod und das Elend anderer verantwortlich sein. Ich musste mich entscheiden: entweder mein Gewissen verleugnen oder das Militär unerlaubt verlassen. Wenn ich einen erneuten Kriegseinsatz verweigere, droht mir eine Verfolgung wegen Desertion, Haft oder sogar die Todesstrafe. Dennoch war für mich der richtige Weg eindeutig: Ich musste raus aus der Armee.”
Er ergänzte, dass ein Antrag auf Kriegsdienstverweigerung für ihn nicht in Frage gekommen sei, da seine Überzeugung nicht den Regelungen des US-Militärs für Kriegsdienstverweigerer entsprächen. Sie verlangten, dass grundsätzlich jeder Krieg abgelehnt werde. Zudem habe er im April 2007 beobachten müssen, wie ein anderer US-Verweigerer, Agustín Aguayo, trotz seiner Gewissensentscheidung abgelehnt und zu acht Monaten Haft verurteilt worden sei.
Tim Huber vom Military Counseling Network betonte, dass der Asylantrag von Shepherd dazu aufruft, die Unterstützung Deutschlands für den von den USA geführten Krieg in Frage zu stellen. “Zwar hat sich damals die deutsche Bundesregierung gegen diesen Krieg ausgesprochen und deutsche Soldaten haben nicht direkt an diesem Krieg teilgenommen: Aber die USA nützt täglich den deutschen Luftraum für den Nachschub ins Kriegsgebiet. 60.000 US-Soldaten und Soldatinnen sind nach wie vor in Deutschland stationiert.”
Für Rudi Friedrich von Connection e.V. ist die Entscheidung von Shepherd “ein mutiger Schritt angesichts der drohenden Konsequenzen bei einer Ablehnung des Asylantrages.” Friedrich betonte, dass es bereits im Vorfeld der Antragstellung Unterstützung von anderen Organisationen gab. “Wir alle werden uns mit ganzer Vehemenz dafür einsetzen, dass André Shepherd den notwendigen Schutz erhält.”
Shepherds Rechtsanwalt, Dr. Reinhard Marx, erläuterte die Gründe, die für eine Asylanerkennung sprechen und verwies hier insbesondere darauf, dass “Shepherd mit seinem Dienst zur Wartung der Kampfhubschrauber Apache zu Recht annehmen muss, dass er damit völkerrechtswidrige Handlungen unterstütze.” Festzuhalten ist, dass der Antragsteller für seine Entscheidung, den weiteren Militärdienst im Irak zu verweigern, nachvollziehbare Gründe hat. Durch die Art und Weise der Durchführung von Operationen mit AH-64A Apache Kampfhubschraubern kommt es zur Begehung von Kriegsverbrechen. Eine drohende Bestrafung erfüllt somit die Kriterien der Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union und muss zum Flüchtlingsschutz führen.”
Tim Huber, Military Counseling Network, Tel.: 06223-47506
Rudi Friedrich, Connection e.V., Tel.: 069-82375534
Die ausführliche Begründung von André Shepherd und weitere Hintergrundinformationen finden Sie unter www.mc-network.de und www.Connection-eV.de
]]>Im Januar 2003 trafen sich Vertreter von “Connection e.V.”, “Stop the War Brigade” und “Deutschem Mennonitischen Friedenskomitee”, um angesichts der wachsenden Kriegsdrohungen die Lage zu beraten. Es ging besonders um die Frage, wie dem zu erwartenden Beratungsbedarf von US-Soldaten, die aus dem Militär aussteigen wollten, sinnvoll begegnet werden sollte. So wurde Military Counseling Network (MCN) neu gegründet. MCN hat in inzwischen fünf Jahren hunderte von Soldaten beraten und einigen Dutzend den Ausstieg ermöglicht.
MCN berät über das Recht auf Kriegsdienstverweigerung und hilft Soldaten, es praktisch in Anspruch zu nehmen. MCN informiert über zahlreiche andere Wege des Ausstiegs. MCN gibt Prozesskostenhilfe, wo das Miliär die Rechte der Soldaten missachtet. Derzeit hilft MCN einem in Bayern stationierten GI, dessen Verweigerungsantrag abgelehnt wurde, bei der Vorbereitung des Militärgerichtsprozesses.
Im MCN-Büro Bammental bei Heidelberg antworten zwei junge amerikanische Mennoniten auf Emails und Anrufe der Ratsuchenden. Die beiden Berater, Tim Huber (26) und Michael Sharp (25), erleben den 5. Jahrestag des Kriegsbeginns derzeit auf einer Vortragsreise in den USA. Spenden helfen zur Finanzierung der Beratung und der Prozesskostenhilfe.
Mehr Informationen unter http://www.mc-network.de/ und bei http://www.dmfk.de/
]]>“In einem Land, das jahrzehntelang von Gewalt und Krieg erschüttert wurde, ist eine nochmalige Erhöhung der Truppenstärke und Waffenarsenale kontraproduktiv, weil es keine schnelle Gewalt-Lösung geben kann”, betonen Jörgensen und Basso. Vielmehr werde die Gewaltspirale weiter hochgeschraubt, so dass sie “in ähnliche Ausweglosigkeiten wie im Irak” führen könne. Die Verfasser es offenen Briefes begrüssten, dass Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die Forderung zurückgewiesen hat, Bundeswehreinheiten zu Kampfeinsätzen in den Süden Afghanistans zu schicken. Sie bitten die Bundesregierung, bei diesem Nein zu bleiben und die Anfrage der NATO nach zusätzlichen Kampftruppen abzulehnen. Notwendig sei eine Überprüfung des bisherigen Afghanistan-Engagements und die Verlagerung der Aktivitäten auf die zivile Konfliktbearbeitung.
Deutschland hat im Rahmen der Internationalen Schutztruppe ISAF gegenwärtig über 3.100 Soldaten in Afghanistan stationiert. Für die schnelle Eingreiftruppe sollen etwa 250 weitere Bundeswehrsoldaten mit Schützenpanzern und Mörsern im Norden des Landes zum Einsatz kommen, um norwegische Soldaten abzulösen. Die USA fordert von Deutschland auch die Entsendung von Truppen in den umkämpften Süden des Landes. Zur Zeit verfügt die ISAF in Afghanistan über rund 41.700 Soldaten aus 39 Ländern.
Zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen zählen 14 Mitglieds- und Gastkirchen, die insgesamt 260.000 Mitglieder vertreten.
Das Mennonitische Friedenszentrum Berlin (MFB) ist ein Projekt der Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden (VDM)
im Rahmen der ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt.
Im Internet: http://www.vef.de | http://www.menno-friedenszentrum.de
]]>Die Preisverleihung findet am Buß- und Bettag, Mittwoch, 21. November 2007 in der Bonner Schloßkirche (Universitätskirche) statt. Die nicht dotierte Auszeichnung besteht aus einer Bronzeplakette und einer Bibel.
Mit dem 2000 erstmals vergebenen „Predigtpreis“ will der Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG die Redekunst in den Kirchen fördern. Bewerben können sich haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Kirchen, Freikirchen und Landeskirchlichen Gemeinschaften. Ausgezeichnet wurden bislang u. a. der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (Köln), der Erfurter katholische Bischof Dr. Joachim Wanke, der Rhetorik-Professor Walter Jens (Tübingen), Schwester Isa Vermehren RSCJ (Bonn), der Theologe Dr. Jörg Zink (Stuttgart), der Schweizer Dichter und Pfarrer Kurt Marti, der Tübinger Theologieprofessor Eberhard Jüngel, die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann, der Franziskaner Pater Heribert Arens (Geismar), die Berliner Pfarrerin Barbara Manterfeld-Wormit, der katholische Religionspädagoge Dr. Thomas Meurer (Münster), Pfarrerin Margot Runge (Sangerhausen), Pastor Klaus Eulenberger (Rellingen), Pfarrerin Sylvia Bukowski (Wuppertal) und Pater Dr. Ulrich Engel (Köln/Berlin).
Die elfköpfige ökumenisch besetzte Jury umfasst Theologinnen und Theologen sowie Publizisten. Sie steht unter dem Vorsitz von Oberkirchenrat Udo Hahn (Hannover), Medien- und Publizistik-Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Der Jury gehören ferner an: Pastorin Dorothee Löhr, Evang.-ref. Kirche Mannheim, Pfarrer Dietrich Hackler (Bonn), Abteilungsleiter ältere Menschen im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Prof. Dr. Reinhard Schmidt-Rost (Bonn), Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie, Dr. Jürgen Werbick (Münster), Professor für Fundamentaltheologie, Pastor Wolfgang Thielmann (Bonn), Leiter des Ressorts „Christ und Welt/Evangelische Kirche“ der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“, Pfarrer Dr. Matthias Schreiber (Düsseldorf), Beauftragter für die Kontakte zu Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen, Pfarrer Dr. Peter Seul, Dozent für Homiletik am Priesterseminar des Erzbistums Köln, Pfarrer Dr. Christoph Morgner (Siegen), Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Pater Heribert Arens (Geismar) sowie Dr. Hadwig Müller (Aachen), Missionswissenschaftliches Institut Missio e.V.
Im Internet: www.predigtpreis.de.
]]>Noch immer gelten sie nach dem Augsburger Bekenntnis als verdammt. Die Nachfahren von Verfolgern und Verfolgten finden sich heute zum gemeinsamen Gedenken zusammen. In der Ökumenischen Dekade zur Überwindung von Gewalt, 2001-2010, sind Schritte der Versöhnung und der Umkehr möglich.
Der Eintritt ist frei. Eine Kollekte wird am Ausgang erbeten. Das Konzert steht im Rahmen des Mennonitischen Gemeindetages vom 17. – 20. Mai 2007 in Karlsruhe-Durlach. Die Mennoniten sind eine evangelische Freikirche, die während der Reformationszeit aus der Täuferbewegung hervorgegangen ist.
Im Nahostkonflikt spielen Land und Besitzansprüche darauf eine besondere Rolle. Wem gehört das Land? Das Recht der Nassars auf ihr Land auf einem Hügel südlich von Bethlehem ist durch Papiere aller Mächte, die Palästina seit hundert Jahren beherrschten, verbrieft. Sie haben osmanische, britische, jordanische und israelische Papiere. Dennoch erheben israelische Siedler Anspruch auf ihr Land.
Familie Nassar ist ständig auf ihrem Land präsent und betreibt dort Landwirtschaft. In den letzten Jahren hat sie zudem ein einfaches christliches Freizeit- und Begegnungszentrum eingerichtet. Parallel vertritt die Familie seit 15 Jahren ihr Besitzrecht vor israelischen Gerichten.
Die Hügel ringsum sind schon von jüdischen Siedlungen besetzt. Auf faszinierende Weise lebt Familie Nassar christliches Zeugnis in dieser schwierigen Situation. Den Anspruch auf ihr Land verbindet sie mit der aktiven Hoffnung, dass die gegenwärtigen Konflikte überwunden werden können und Frieden in Gerechtigkeit möglich wird. – Rechtsträger des Projekts ist das Bethlehem Bible College.
Daoud Nassar wird am Mennonitischen Gemeindetag in Karlsruhe 17.-20.5.07 teilnehmen und in einer Arbeitsgruppe berichten. Die Preisverleihung wird am 20.5.07 um 17 Uhr im Ev. Gemeindehaus in Rottenburg/Neckar stattfinden. Anschließend findet um 19.30 Uhr eine Andacht am Galgenbuckel beim Sattler-Gedenkstein statt.
Der Michael-Sattler-Friedenspreis erinnert an den Täufer Michael Sattler, der am 20.5.1527 in Rottenburg wegen seiner gewaltfreien Friedenshaltung und seines christlichen Zeugnisses verbrannt wurde. Neben Sattler wurden damals auch einige andere Täufer hingerichtet. Seine Frau wurde einige Tage danach im Neckar ertränkt.
Weitere Informationen zum Projekt unter: www.tentofnations.org
mennonews.de