Die Ratsvorsitzende und Bischof Schindehütte stellen dazu fest, dass die unterschiedlichen Auffassungen „bezüglich des geistlichen Dienstes von Frauen in der Kirche Jesu Christi“ bisher „kein Hinderungsgrund für fruchtbare zwischenkirchliche Beziehungen auf bilateraler und multilateraler Ebene“ gewesen seien. Es sei vielmehr „ein christliches Gebot des gegenseitigen Respekts im geschwisterlichen Umgang, Unterschiede im Leben und Glauben unserer Kirchen auszuhalten und um den gemeinsamen Grund zu wissen, wie der Apostel Paulus an die Epheser schreibt: „,Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe‘“, heißt es in dem Brief weiter.
Die „kürzlich eingetretene Entwicklung“ hingegen bedaure die EKD sehr. Das für den 30. November in Berlin geplante Treffen anlässlich der Feiern zum 50-jährigen Jubiläum des Dialoges zwischen EKD und ROK werde leider aufgrund der Absage von Erzbischof Hilarion nicht stattfinden können. Von Seiten der EKD aber, so das Schreiben weiter, sei man an der Fortsetzung des „wichtigen theologischen Dialogs über christliche Zentralfragen“ interessiert und zuversichtlich, dass dieser Dialog in Zukunft weitergeführt werde.
]]>Schon im Anspruch des christlich-islamischen Dialogs an sich liege nach Meinung der drei Referenten der Tagung eine Spannung. Weder seien einzelne christliche Konfessionen repräsentativ für alle Kirchen, noch biete sich auf islamischer Seite in den Ländern Europas ein autorisierter Gesprächspartner an. Selbst die formale Autorität der Al-Azar-Universität in Kairo sei im Islam letztendlich genauso wenig verbindlich für alle Beteiligten des Dialogs wie Stellungnahmen einer einzelnen Kirche für andere christliche Konfessionen. So habe sich der Grundsatz herausgebildet, mit dem jeweils direkten Nachbarn in den Dialog einzutreten – in Deutschland vorrangig mit dem sunnitischen Islam türkischer Prägung.
Die Vielfalt des Dialogs stelle nach Ansicht von Dr. Jochen Kramm (Wien) eine wünschenswerte Erweiterung dar. Der Referent der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) unterschied dabei zwischen einfachen Gesprächsmodellen und einem ergebnisoffenen und die Wahrheitsfrage offen lassenden Dialog. Gleichzeitig werde ein interreligiöser Dialog, so Kramm, unter dem Kennzeichen des Zeugnisgebens immer auch einen einladenden Charakter haben müssen.
Alternative Dialogkonzepte stellten der baptistische Dozent Dr. Peter F. Penner aus Prag und Dr. Jaap Hansum vom Bijbelhuis Antwerpen dar. In den missionarisch ausgerichteten Dialogkonzepten stehe das Zeugnis an erster Stelle. Das schliesst aber keineswegs eine hohe soziale Verpflichtung dem Einzelnen gegenüber aus. Der missionarische Dialogansatz sei dabei eher typisch für Minderheitskirchen. Die grossen Konfessionskirchen betrieben aus ihrer zivilgesellschaftlich stabilisierenden Funktion heraus weitgehend offenere Formen des Dialogs.
An der 46. Jahrestagung des Evangelischen Arbeitskreises für Konfessionskunde in Europa (EAKE) nahmen Delegierte aus zwölf europäischen Ländern teil, die 21 Kirchen, Freikirchen und ökumenische Institutionen repräsentierten. Der EAKE begleitet seit 1962 ökumenische Dialogprozesse der protestantischen europäischen Kirchen und gilt als einer der Wegbereiter der Leuenberger Konkordie von 1973, ein grundlegendes Dokuments der innerprotestantischen europäischen Einheit. Der EAKE wird getragen vom Evangelischen Bund in Deutschland und Österreich, dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Ungarn und dem Maatschepej van Welstrant (Niederlande) in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).
]]>Nach Ansicht Schockenhoffs, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, vertreten die beiden grossen christlichen Kirchen seit einigen Jahren in wichtigen ethischen Fragen keine gemeinsamen Positionen mehr. Das gelte etwa auf dem Gebiet der Bioethik oder in der Bewertung alternativer Lebensformen zur Ehe.
Vor allem protestantische Theologen sprächen von angeblichen ethischen Grunddifferenzen zwischen beiden Grosskirchen. Diese Behauptung sei historisch falsch. Es bestehe vielmehr eine Verpflichtung, auch in konfessioneller Verschiedenheit eine gemeinsame christliche Position zu den Problemen der Gegenwart zu finden und zu vertreten, sagte Schockenhoff.
Der Theologe wandte sich gegen evangelische Strömungen, die die protestantische Ethik als eine im Vergleich zur katholischen Ethik liberalere, modernitätsfähigere Variante des Christentums darstellten. Eine solche Arbeitsteilung könne es vom Selbstverständnis beider Kirchen her nicht geben. Beide Kirchen seien aufgerufen, christliche ethische Positionen so zu verkünden, dass die Menschen daraus eine verlässliche Orientierung in moralischen Konflikten schöpfen könnten.
Eberhard Schockenhoff wurde 2001 durch die Bundesregierung in den Deutschen Ethikrat berufen. Er ist ferner Geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für Medizinische Ethik und seit 1995 Mitglied der Gemeinsamen Römisch-katholischen/Evangelisch-lutherischen Kommission für die Einheit, die vom Lutherischen Weltbund (LWB) und dem Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen getragen wird.
]]>Die Untersuchung von Elisabeth Naurath, die mit dem Hanna-Jursch-Preis ausgezeichnet werde, stelle sich in den Zusammenhang dieser Grundaufgabe der Kirche, wenn sie aufzeige, wie im pädagogischen Handeln der Kirche mit Gefühl gegen Gewalt angegangen werden könne. Sie gliedere sich ein in die Aktivitäten der ökumenischen Dekade in Deutschland und öffne mit einem gendersensiblen Impuls einen neuen Blick für alle Felder kirchlichen Handelns.
]]>“Nach Jahren, in denen viele darauf setzten, dass allein schon Rechtsansprüche gegen den Staat Gerechtigkeit schaffen, nach Jahrzehnten, in denen wir in der professionellen und refinanzierten Wohlfahrtsdiakonie eine Hauptakteurin für alle Problemlösungen sahen, spüren wir heute deutlich: So wichtig das alles ist – wir brauchen doch zugleich noch etwas anderes als gute Gesetze und professionelle Dienstleistungen. Wir brauchen den Zusammenklang von Glauben und Liebe.” Bei der Veranstaltung in der St. Elisabethkirche in Berlin, die zugleich den Auftakt zum Wichernjahr 2008 bildete, rief Huber dazu auf, “in Wicherns Geist ein Neues zu wagen” und das Verhältnis von Kirche und Diakonie neu zu bestimmen.
]]>An dem Tag, an dem sich Politiker aller großen Volksparteien mit ihren Parteimitgliedern zu Klausurtagungen trafen, um den Kurs für das eben begonnene Jahr 2008 abzustimmen, treffen sich Christen in der Allianz-Gebetswoche, um sich auf Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde auszurichten. „Die Deutsche Evangelische Allianz ist die echte Alternative zur Katerstimmung nach Silvester und zum Katzenjammer dieser Welt“, so der Generalssekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart).
Die Allianz-Gebetswoche sei eine Mitarbeiter-Klausur für die Gemeinden an einem Ort. Das Streben nach praktizierter Einheit über alle theologischen Grenzen hinweg komme in diesen Tagen zum Ausdruck. Gleichzeitig erinnerte der Generalsekretär an die neuere deutsche Geschichte. Die Historiker seien sich einig, dass die wöchentlichen Montagsgebete wesentlich zur friedlichen Revolution und Wiedervereinigung beigetragen hätten. Weil das stimme, müsse man sich die Frage stellen, ob es nicht höchste Zeit wäre, auch heute wöchentliche Allianzgebetstreffen zu halten. Schon bei der Gründungsversammlung 1846 sei beschlossen worden, die Christen an allen Orten dazu aufzurufen, „sich jeden Montag zum gemeinsamen Gebet zusammenzufinden.“
Nicht der Nabel der Welt
„Allianz ist, den eigenen Kirchturm nicht für den Nabel der Welt zu halten und die Sehnsucht nach Ergänzung“, betonte der im Jahr 2007 gewählte 1. Vorsitzende der Deutschen Evangelischen Allianz, Jürgen Werth (Wetzlar), am Sonntagmorgen in Velbert. Der Direktor des Evangeliums-Rundfunks sagte während seiner Predigt vor 600 Zuhörern zur Bedeutung dieser gemeinsamen Tage: „Wer drinnen gemeinsam Halleluja gesungen hat, kann sich draußen nicht wieder unbarmherzig die Leviten lesen. Christen gehören zusammen, weil ihr Herz dem im Stall von Bethlehem geborenen Jesus gehört.“
1.000 Teilnehmer in Karlsruhe
Steeb sprach bei einer der größten Eröffnungsveranstaltungen. Im Weinbrennersaal der Stadthalle in Karlsruhe hatten sich knapp 1.000 Christen getroffen, um gemeinsam ein „Fest zur Ehre Gottes“ zu feiern. Ihr Motto: „Es gibt mehr Gemeinsamkeiten als Trennendes“. In Gebeten und Liedern brachten die Gottesdienstbesucher ihre Verantwortung für die Menschen in ihrer Stadt zum Ausdruck und betonten die Verbundenheit mit Christen aus anderen Gemeinden oder Gemeinschaften. Praktisch wurde dies beim Opfer: Mit einem Teil des Geldes halfen die Teilnehmer, die Kosten der Veranstaltung zu tragen und unterstützen zusätzlich die neue christliche „Bildungs-Initiative Karlsruhe“, die Schüler, Lehrer und Eltern mit konkreten Hilfen und Angeboten im Schulalltag unterstützt.
Steeb griff in seiner Predigt das Thema des Tages auf, einen Text aus dem Johannes-Evangelium: „Christen sind verbunden mit Jesus Christus wie Reben mit dem Weinstock.“ Während Kinder und Eltern durch Blutsverwandtschaft verbunden sind, Eheleute durch ein gemeinsames Ja-Wort, ein Verein durch gemeinsame Ziele und eine Firma durch die gemeinsame Produktion, seien Christen durch die Ausrichtung auf Jesus Christus, den Sohn Gottes verbunden. Das größte Vorbild der Einheit sei die Verbindung zwischen Jesus und seinem Vater. „Es gibt den einen nicht ohne den anderen“, grenzte Steeb den christlichen Glauben deutlich ab vom Islam, der Jesus nicht als den Sohn Gottes anerkennt.
„Gemeinde ist dann wirklich Gemeinde Jesu, wenn sie sich am ganzen Willen Gottes und an seinen Geboten ausrichtet“, forderte Steeb die Christen auf, sich auch in ethischen Fragen in ihrem Denken, Tun und Reden an die Aussagen der Bibel zu halten. Dabei gelte es beispielsweise, staatliche Ordnungen einzuhalten, ein Ja zur Verbindlichkeit und die Verortung von Sexualität in der Ehe und zu Kindern als deren Frucht und Nein zu sagen zur gleichgeschlechtlichen Partnerschaft, zu Geiz und Neid und zum Machtkampf. Zudem sollten Christen ein Missions-Kartell bilden, sich zusammenschließen und keine Zeit und Kraft in „Revierkämpfen“ vergeuden. Vielmehr sollten sie gemeinsam dafür sorgen, „dass noch viele Menschen für Jesus Christus gewonnen werden“.
Suchet der Stadt Bestes
Der Direktor des Allianz-Hauses, Reinhard Holmer (Bad Blankenburg), sprach im Eröffnungsgottesdienst zum 125-jährigen Stadtjubiläum vor 400 Zuhörern in Limbach-Oberfrohna (bei Chemnitz) über die Verantwortung der Christen für die Gesellschaft. Holmer griff den Spruch im Wappen der Stadt auf „Suchet der Stadt Bestes“. Dies sei eine Steilvorlage für die Christen der Stadt, da dieser Satz auch in der Bibel vorkomme. Dort werde er ergänzt durch die Aufforderung „…und betet für sie zum Herrn“. Das bedeute konkret, sich im diakonischen Handeln einzusetzen für die Nöte der Mitmenschen, Verantwortung zu übernehmen und der Welt das Evangelium zu bringen – und vor allem zu beten. „Es wäre doch die größte Dummheit, sich mit seinen Bitten und Wünschen nicht an den Chef der Welt zu wenden“, so Holmer über die Bedeutung des Gebets. Die Allianzgebetswoche ist in Limbach-Oberfrohna für die christlichen Kirchen und Gemeinschaften einer der Höhepunkte im Jahr neben den jeden Donnerstag stattfindenden Gebetstreffen.
Grundlage für Leben und Handeln
„Christen sind nicht umsonst auf dieser Welt“, sagte Theo Schneider (Kassel), 2. Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz, im Hauptamt Generalsekretär des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes. Den 200 Zuhörern aus Landeskirche, landeskirchlicher Gemeinschaft und örtlichem CVJM machte Schneider in Freudenberg-Oberfischbach (Siegerland) Mut, ihren Platz in der Welt einzunehmen und sich nicht verunsichern zu lassen. Die in der Allianz-Gebetswoche verwendeten zentralen biblischen Texte seien eine Grundlage für Leben und Handeln, die Sicherheit vermittelten, so Schneider.
Die Allianz-Gebetswoche endet am Sonntag, 13. Januar. Jede der 1100 örtliche Allianzgruppen hat ein eigenes Angebot.
]]>Die Diskussion ist nach Ansicht von Wolfgang Huber noch in vollem Gange, wie die jüngste Wiederholung früherer Aussagen der Glaubenskongregation im Vatikan, die protestantische Kirchen seien nicht “Kirchen im eigentlichen Sinn” in der ökumenischen Entwicklung zu bewerten sei: “Die Frage, welches Bild vom ökumenischen Miteinander der Kirchen dem zu Grunde liegt und welches Bild wir als evangelische Kirche dem entgegenzusetzen haben, drängt sich unweigerlich auf.” Wolfgang Huber will allerdings keine Fixierung der ökumenischen Bewegung auf die “auf die letzte Wendung im Gespräch mit der römisch-katholischen Kirche”. Die Kirchen Europas stünden vor “der Aufgabe, deutlich zu machen, wie sie die spirituelle Erneuerung in ihrem eigenen Innern mit der Zuwendung zu den Menschen verbinden, denen der christliche Glaube fremd geworden ist. Sie müssen deutlich machen, dass die gottesdienstliche Feier des Glaubens und sein tätiges Bezeugen in den Herausforderungen unserer Zeit eine unauflösliche Einheit bilden,” sagt er im Blick auf das Treffen in Sibiu von 4. bis 9. September, bei dem etwa 2.500 Vertreter aller Konfessionen in Europa zusammen kommen werden.
Um in der Ökumene weiterzukommen, so der Ratsvorsitzende, müsse an gute Erfahrungen angeknüpft werden. Er verweist beispielhaft auf den Gottesdienst zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe in Magdeburg im April dieses Jahres.
]]>In seiner Erklärung betonte LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko, dass lutherische Kirchen das Kirchenverständnis und die Darstellung der gelebten Glaubenswirklichkeit, wie sie in den „Antworten“ beschrieben seien, nicht akzeptieren könnten. „Wir verstehen uns als Kirche im vollen Sinn, in der das Evangelium auf rechte Weise gepredigt und die Sakramente auf rechte Weise verwaltet werden“, so Noko.
Mit Blick auf die im September 2000 veröffentlichte Erklärung der Glaubenskongregation „Dominus Iesus“ – Über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche erklärte Noko, dass die jetzt erneut zum Ausdruck gebrachte Haltung nicht neu sei. „So sind wir doch traurig und enttäuscht, dass sie in unserem gegenwärtigen Kontext bekräftigt wird, in dem die ökumenische Partnerschaft schon solch bedeutsame Ergebnisse erzielt hat“, unterstrich der LWB-Generalsekretär.
Noko hob in seiner Erklärung hervor, dass mit der Annahme der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GE) am 31. Oktober 1999 durch den LWB und die römisch-katholische Kirche ein „gemeinsames Verständnis“ der Rechtfertigungslehre zum Ausdruck gekommen sei, das einen „entscheidenden Schritt zur Überwindung der Kirchenspaltung“ darstellte. Durch die Bestätigung der GE durch den Weltrat Methodistischer Kirchen im Juli 2006 habe sich zudem gezeigt, dass die GE mehr ist als eine Erklärung zu einer Frage des 16. Jahrhunderts.
Der LWB halte an seiner Verpflichtung zum ökumenischen Dialog fest, „auch zum weiteren Gespräch mit unseren Partnern in der römisch-katholischen Kirche“, bestätigte LWB-Generalsekretär Noko. „Wir verstehen christliche Einheit einerseits als Geschenk Gottes an den einen Leib Christi, andererseits aber auch als Aufgabe für das Volk Gottes. Wir werden uns weiterhin für unsere Vision der christlichen Einheit einsetzen, die Christus selbst gewollt und für die er gebetet hat.“
]]>An der LWB-Ratstagung, die eine KirchenleiterInnenkonsultation sowie die Feierlichkeiten aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des LWB einschloss, nahmen rund 500 VertreterInnen der LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen teil, unter ihnen mehr als 100 lutherische KirchenleiterInnen.
Auf der Ratstagung 2005 in Jerusalem/Bethlehem hatte LWB-Generalsekretär Pfr. Dr. Ishmael Noko die Neugestaltung des LWB bis 2010 angeregt und vorgeschlagen, der Rat möge dem Exekutivkomitee die Vollmacht erteilen, einen Erneuerungsausschuss zu ernennen, der sich mit dieser Frage beschäftigen sollte.
Die im Bericht des LWB-Erneuerungsausschusses enthaltenen Empfehlungen zielen darauf ab, alle Beteiligten in den Prozess der Neugestaltung des LWB einzubeziehen. Dazu gehört beispielsweise die Versendung von Fragebögen an alle LWB-Mitgliedskirchen und Partnerorganisationen mit der Einladung, „aus ihrer jeweiligen Perspektive zu Prozess und methodischem Vorgehen bei der Erneuerung des LWB Stellung zu beziehen und Vorschläge für eine mögliche Zukunft des LWB zu unterbreiten.“
Schultz stellte fest, dass die Erneuerung des LWB „nicht einfach ein strukturelles, sondern ein ekklesiales Anliegen“ sei. Bei der Entwicklung einer Vision für die Zukunft des LWB „geht es nicht nur darum, was wir tun; es geht darum, warum wir es tun und wer wir sind“, betonte er.
Die Ratsmitglieder diskutierten im Verlauf der Ratstagung 2007 in mehreren Sitzungen über die im Bericht hervorgehobene Rolle und Bedeutung der Ökumene bei der Erneuerung des LWB. „Lutherisch zu sein, bedeutet, ökumenisch zu sein, und gehört wesentlich zu unserer Identität dazu“, erklärte Schultz. Der Bericht stellt eine Reihe von Fragen an den Rat und die Mitgliedskirchen, die prüfen sollen, ob der LWB angesichts der „ökumenisch offenen Auslegung des lutherischen Bekenntnisses“ in Zukunft als Gemeinschaft lutherischer Kirchen fortbestehen könne.
Die Reaktionen der Ratsmitglieder auf den vorläufigen Bericht waren insgesamt positiv, obwohl auch Besorgnis geäussert wurde, dass die Notwendigkeit des Wandels nicht von allen akzeptiert werde. Generalsekretär Noko hatte im Vorfeld in seinem Bericht an der Rat betont, dass der Wandel nicht ohne Folgen bleiben werde, und festgestellt: „Erneuerung erfordert, dass wir ein gewisses Mass an Verletzlichkeit akzeptieren, dass wir Liebgewordenes loslassen und Notwendiges beibehalten.“
Der Erneuerungsausschuss wird auf seiner nächsten Tagung im Jahr 2008 die Ergebnisse der Umfrage unter den LWB-Mitgliedskirchen zusammenstellen. Aufbauend darauf sollen die Empfehlungen zur Erneuerung des LWB ausgearbeitet und planungsgemäss auf der Elften Vollversammlung 2010 in Stuttgart (Deutschland) vorgelegt und beraten werden.
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