Die Erfahrungen des vergangenen Jahres, erklärte er, haben seine Überzeugung gestärkt, dass die Kirchen dazu berufen seien, „eins zu sein“ – in ihrem Glauben, aber auch in ihrem praktischen Engagement für einen gerechten Frieden, der die Würde aller wahrt. „Wir sind aufgerufen, an die Mächtigen heranzutreten“, so Tveit, und die politischen Führungspersönlichkeiten der Welt aufzufordern „die Schreie nach Gerechtigkeit und einer besseren gemeinsamen Zukunft“ anzuhören.
Der ÖRK sei sowohl „eine globale, ökumenische Gemeinschaft von Kirchen [...], deren Mitglieder einander verpflichtet sind und sich gegenseitig Rechenschaft ablegen“, als auch eine „Organisation [...], die gegründet wurde, um konziliare Beziehungen zwischen den Mitgliedskirchen herzustellen und ihre Zusammenarbeit zu fördern“. Der ÖRK verbindet geistliche Gemeinschaft und praktische Strukturen, indem er „Ergebnisse dank verbesserter Beziehungen erreichen [will]“ und indem „wir beieinander bleiben, damit wir gemeinsam handeln können“, so Tveit.
Zu den Bereichen, die dem ÖRK, seinen Mitgliedskirchen und anderen Partnern laut Tveit besonders am Herzen liegen, gehören interreligiöse Beziehungen und interreligiöser Dialog sowie die Kirchen und die Menschen im Nahen Osten, insbesondere in Jerusalem und im Heiligen Land. Des Weiteren nannte er den Dienst und die Entwicklungsarbeit, die der ÖRK gemeinsam mit dem neuen ACT-Bündnis durchführt, die Förderung der Gemeinschaft von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft, Veränderungen in der Kirche und der Welt, die eine neue „ökumenische Landschaft“ schaffen, und schließlich die Anliegen der Gerechtigkeit und des Friedens.
Gerechtigkeit und Frieden bilden auch einen Schwerpunkt der Internationalen ökumenischen Friedenskonvokation (IöFK), die im Mai 2011 in Kingston, Jamaika, stattfinden wird.
Tveit beendete seinen formellen Bericht mit Worten des Dankes an den ÖRK-Zentralausschuss für dessen Unterstützung. „Das letzte Jahr war für mich das arbeitsreichste, intensivste und gesegnetste Jahr meines Lebens“, erklärte er.
„Besonders inspiriert haben mich die Begegnungen und die Zusammenarbeit mit jungen Menschen – Sie sind die Zukunft und die Bausteine der ökumenischen Bewegung. Ihre Beteiligung ist immer sehr inspirierend und ich weiß Ihre Beiträge zu Gegenwart und Zukunft der ökumenischen Bewegung sehr zu schätzen. Möge Gott uns allen weiterhin Kraft und Freude in dieser Arbeit und in dieser Gemeinschaft schenken!“, schloss er.
Bei seiner Antwort auf die Fragen und Kommentare des Zentralausschusses erkannte Tveit an, dass viele Kirchen sich größere Fortschritte auf dem Weg zur Einheit wünschen – unter anderem darin, eine eucharistische Gemeinschaft zu bilden, die Christen aller Traditionen erlauben würde, das Sakrament des heiligen Abendmahls gemeinsam zu feiern. Er betonte zudem, wie wichtig es sei, einen „strategischen Konsens“ unter den Kirchen zu erreichen, damit „wir unsere gemeinsame Stimme finden können“.
]]>Tveit übermittelte Papst Shenouda das Mitgefühl und die Unterstützung der ÖRK-Mitgliedskirchen in dieser für Ägypten so schwierigen Zeit. Er versicherte, die Gemeinschaft der Kirchen, die gemeinsam den ÖRK bildeten, sei im Gebet für die Koptische Orthodoxe Kirche und das ganze ägyptische Volk vereint. Der ÖRK-Generalsekretär bezeichnete das Kreuz als Symbol der Solidarität, das Christen in aller Welt miteinander teilten. „Das Kreuz erinnert uns immer wieder an das Leid im menschlichen Leben und an Christi Tod am Kreuz, aber als christliches Symbol weist es auch auf die Auferstehung, auf Versöhnung und Frieden hin“, erklärte Tveit.
In seiner Botschaft zum Weihnachtsfest, das die koptischen Christen am 7. Januar gefeiert haben, betonte Papst Shenouda die Liebe und den Frieden Gottes für alle. „Es ist ermutigend zu sehen, wie seine Botschaft sowohl Christen als auch Muslime inspiriert hat, sich gemeinsam der Gewalt und den Versuchen, das Volk zu spalten, entgegenzustellen,“ sagte Tveit, und fügte hinzu: „ Papst Shenouda zeigt, dass gut ausgeübte geistige Führerschaft gewaltigen friedensstiftenden Einfluss haben kann.“
Tveit wurde auf der Reise nach Kairo von ÖRK-Programmdirektor Pastor Dr. Hielke Wolters und von der Programmreferentin für den christlich-muslimischen Dialog Rima Barsoum begleitet.
]]>Es handelte sich um den vierten derartigen Besuch im ÖRK-Sekretariat seit der Gründung des postkonfessionellen Chinesischen Christenrates (CCC) 1980. Der letzte Besuch hatte im Jahr 2003 stattgefunden. Der CCC, der 2009 rund 19 Millionen Kirchenglieder zählte, war 1991 auf der Vollversammlung in Canberra als Mitglied im ÖRK offiziell aufgenommen und so mit der weltweiten Kirchengemeinschaft wieder vereint worden. Bei einem Runden Tisch, organisiert von der ÖRK-Kommission der Kirchen für Internationale Angelegenheiten, hielten die Delegationsmitglieder Vorträge zu drei Themen, die für Leben und Zeugnis der Kirche in China wesentlich sind – „Religionspolitik in China“, „Die Rolle der Religion bei der Förderung einer ‚harmonischen Gesellschaft’“ und „Die Rolle der Kirche im heutigen China“.
Mit Blick auf die Religionspolitik und die Beziehungen zwischen Kirche und Staat war sich die Delegation einig, dass derzeit eine „goldene Ära für die Entwicklung der Religionen in China“ angebrochen sei. Die Kirche in China wirke außerdem auf verschiedenen Wegen mit, um vor Ort eine „harmonische Gesellschaft“ zu fördern.
CCC-Generalsekretär Kan Baoping erklärte, dass religiöse Gemeinschaften allgemein und insbesondere die protestantische Kirche in den letzten 30 Jahren in China ein rasantes Wachstum erlebt hätten. Er sagte, die Überwindung konfessioneller Spaltungen sei einer der Gründe für diese Vitalität der Kirchen. Sie sei auch deshalb wichtig, weil die chinesische Kultur mehr Wert auf Gemeinsamkeiten lege als auf Unterschiede.
Ein weiterer Erfolgsfaktor war laut Kan das Verständnis, dass jedes Kirchenmitglied dafür mitverantwortlich ist, das Evangelium an seine Familie und Nachbarn weiterzugeben, als Ausdruck des Priestertums aller Gläubigen. Kan sprach über Evangelisationsmethoden, die sich vom einfachen Weitersagen der guten Nachricht bis hin zu einer sichtbaren Umsetzung des Evangeliums durch Dienste an der Gesellschaft wie AIDS-Prävention oder Betreuung von Waisenkindern entwickelt hatten.
In seiner Begrüßungsansprache an die chinesische Delegation würdigte ÖRK-Generalsekretär Pastor Dr. Olav Fykse Tveit die Rolle der chinesischen Christen bei der Gründung des ÖRK. Zudem erklärte er, er freue sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit der neuen Führung des Chinesischen Christenrates, insbesondere im Hinblick auf die nächste ÖRK-Vollversammlung in Asien, die im Oktober 2013 in Busan, Korea, stattfinden wird.
Unter den Mitgliedern der Delegation befanden sich der Generalsekretär und der Präsident des CCC, die beide 2008 ins Amt gewählt worden waren, sowie Führungsverantwortliche der chinesischen Drei-Selbst-Bewegung. Tveit beschrieb den chinesischen Kontext als „einen der spannendsten für die Zukunft des Christentums“.
Pastorin Zhang Shuilian, Vizevorsitzende des Regionalausschusses der Provinz Hubei der Drei-Selbst-Bewegung der protestantischen Kirche, erklärte, die Christen hätten im heutigen China grundsätzlich einen guten Ruf. Dies sei auf ihr Engagement für gesellschaftliche Bedürfnisse zurückzuführen. So sammelten sie zum Beispiel Spenden für die Opfer des Erdbebens in der chinesischen Provinz Sichuan im Jahr 2008, fügte sie hinzu.
Zhan erzählte, die städtischen Kirchen verfügten oft über spezielle Programme zur Integration von Wanderarbeitern. In ländlichen Gebieten wiederum stellte das kirchliche Leben ein wesentlicher Faktor dar, um die Leerstelle im Alltag der älteren Menschen und Kinder zu füllen, die dort zurückblieben, während die anderen Familienmitglieder auf der Suche nach Arbeit in die Städte zogen.
Stabilität im Familienleben zu fördern, fügte sie hinzu, sei eine Möglichkeit für das Christentum und andere Religionen, die Maßnahmen der Regierung zu unterstützen, die darauf abzielen, eine „harmonische Gesellschaft“ aufrechtzuerhalten. Zur Erreichung dieses Ziels tragen auch solide interreligiöse Beziehungen bei.
In einer Reflexion während eines Gottesdienstes mit Mitgliedern des Mitarbeiterstabs im Ökumenischen Zentrum in Genf sagte der Präsident des CCC, Pastor Gao Feng, die Kirche sei eine „Gemeinschaft vergebender Sünder“ und fügte hinzu: „Indem wir vergeben, erfahren wir Gottes Vergebung; wenn wir lieben, können wir Gottes Liebe erfahren.“
Im Anschluss an den Runden Tisch traf sich die Delegation des CCC beim Mittagessen mit den Generalsekretären des ÖRK, des Lutherischen Weltbundes – Pastor Martin Junge – der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen – Pastor Dr. Setri Nyomi – sowie der Generalsekretärin der Christlichen Vereine junger Frauen (CVJF) Nyaradzayi Gumbonzvanda. Später am selben Tag besuchte die Delegation das Ökumenische Institut in Bossey.
]]>Die bereitgestellten Mittel der Bundesregierung lägen weit hinter den Zusagen, so die Theologin. Die Absicht, Entwicklungszusammenarbeit stärker an außenpolitischen und wirtschaftlichen Eigeninteressen Deutschlands auszurichten, sei das falsche Signal. “Diese Debatte kommt zur Unzeit, müsse doch jetzt die Kooperation der Staaten und die gemeinsame Verantwortung im Kampf gegen die Armut gestärkt werden”, betonte die Direktorin.
Dringend notwendig sei, bewährte internationale Finanzierungsinstrumente wie den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids mit den erforderlichen Mitteln auszustatten. Mit der Ankündigung, die Beiträge zu kürzen und die Hilfe auf eigene zwischenstaatliche Maßnahmen zu verlagern, beschädige die Bundesregierung die internationale Kooperation. “Viel wirksamer wäre es, die Kräfte zu bündeln”, so Füllkrug-Weitzel.
Beim Millenniumsgipfel hatten die Staaten vor zehn Jahren das Ziel formuliert, die weltweite Armut bis 2015 zu halbieren. Trotz vereinzelter Fortschritte lebt noch immer jeder Fünfte in extremer Armut, rund 925 Millionen hungern. “Täglich sterben rund 50 000 Menschen, die Hälfte davon Kinder, an armutsbedingten Ursachen, die mit besserer Ernährung oder Zugang zu sauberem Wasser zu beheben wären”, so Füllkrug-Weitzel.
Die Millenniums-Entwicklungsziele können nach Ansicht der Theologin noch erreicht werden, wenn die Staatengemeinschaft endlich die notwendigen Mittel bereitstellen und Armutsorientierung in ihrer Handels- und Wirtschaftspolitik verankern würde. “Es ist höchste Zeit zu handeln.” Der jetzige Millenium+10-Gipfel (MDG) sei die Nagelprobe für eine glaubwürdige Entwicklungszusammenarbeit.
Auch die Verpflichtung wohlhabender Staaten, 0,7 Prozent ihres Bruttonationaleinkommens für Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen, ist nicht eingelöst. Deutschland lag 2009 nur bei 0,35 Prozent.
]]>Die Ratsvorsitzende und Bischof Schindehütte stellen dazu fest, dass die unterschiedlichen Auffassungen „bezüglich des geistlichen Dienstes von Frauen in der Kirche Jesu Christi“ bisher „kein Hinderungsgrund für fruchtbare zwischenkirchliche Beziehungen auf bilateraler und multilateraler Ebene“ gewesen seien. Es sei vielmehr „ein christliches Gebot des gegenseitigen Respekts im geschwisterlichen Umgang, Unterschiede im Leben und Glauben unserer Kirchen auszuhalten und um den gemeinsamen Grund zu wissen, wie der Apostel Paulus an die Epheser schreibt: „,Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe‘“, heißt es in dem Brief weiter.
Die „kürzlich eingetretene Entwicklung“ hingegen bedaure die EKD sehr. Das für den 30. November in Berlin geplante Treffen anlässlich der Feiern zum 50-jährigen Jubiläum des Dialoges zwischen EKD und ROK werde leider aufgrund der Absage von Erzbischof Hilarion nicht stattfinden können. Von Seiten der EKD aber, so das Schreiben weiter, sei man an der Fortsetzung des „wichtigen theologischen Dialogs über christliche Zentralfragen“ interessiert und zuversichtlich, dass dieser Dialog in Zukunft weitergeführt werde.
]]>Im Mittelpunkt der siebentägigen Reise wird das Zeugnis der indischen Kirchen für Frieden und Gerechtigkeit inmitten von Massenarmut, sozialer Ausgrenzung und Gewalt gegen Frauen, Dalits und Christen stehen. Es werden auch Begegnungen mit leitenden Kirchenrepräsentanten/innen, Friedensaktivisten/innen und Vertretern/innen von interreligiösen Friedensinitiativen und Bewegungen der Dalits stattfinden.
Das Team der Lebendigen Briefe wird im Verlauf seiner Reise die indische Hauptstadt Neu Delhi und die südöstlichen Bundesstaaten Orissa und Andhra Pradesh besuchen.
“Lebendige Briefe” sind kleine ökumenische Teams, die ein Land besuchen, um den Menschen zuzuhören, aus ihren Erfahrungen zu lernen, miteinander über Konzepte zu diskutieren und zu helfen, Herausforderungen anzugehen, um so Gewalt zu überwinden, Friedensarbeit zu fördern und gemeinsam für den Frieden zu beten. Sie werden im Rahmen der ÖRK-Dekade zur Überwindung von Gewalt durchgeführt und sollen die für 2011 geplante Internationale Ökumenische Friedenskonvokation vorbereiten helfen.
Gewalt gegen Christen und Kastendiskriminierung
Im August 2008 brach im Bundesstaat Orissa eine Welle organisierter Gewalt gegen Christen aus. An die 20 Menschen wurden von militanten Hindus getötet, die die Christen für die Ermordung eines bekannten radikalen Hinduführers verantwortlich machten, 50 000 wurden vertrieben und ca. 4000 Unterkünfte zerstört. Insgesamt waren rund 200 Dörfer betroffen und Hunderte von Kirchen wurden in Brand gesetzt.
Zu diesem Zeitpunkt äußerte sich der ÖRK-Exekutivausschuss besorgt „über die beunruhigende Tendenz zu wachsender Gewalt zwischen Bevölkerungsgruppen und zu religiöser Intoleranz in Indien“. Am 2. September 2009 nahm der ÖRK-Zentralausschuss einen Protokollpunkt an, in dem er „ein Abnehmen der Religionsfreiheit in vielen Teilen der Welt und eine Zunahme religiöser Intoleranz“ feststellte.
In einer anderen Erklärung, die ebenfalls am 2. September angenommen wurde, gab der ÖRK-Zentralausschuss seiner Überzeugung Ausdruck, dass Diskriminierung aufgrund von Kastenzugehörigkeit „gegen die christliche Lehre verstößt, dass alle Menschen nach dem Bild Gottes geschaffen sind“. Mindestens 160 Millionen Menschen in Indien, die als Dalits –Sanskrit für zerbrochen, niedergetreten, zerstört – bezeichnet werden, und bis zu 260 Millionen weltweit gelten in ihrer eigenen Gesellschaft als „unberührbar“.
]]>“Ich bin überzeugt davon, dass Gott mich zu dieser Aufgabe berufen hat. Ich glaube, wir haben eine Menge gemeinsam zu tun“ sagte Tveit in einer kurzen Dankesrede vor dem Zentralausschuss. Der ganze Prozess habe in einem Geist der Einheit stattgefunden, so Tveit. Er hoffe, dass dieser Geist auch den weiteren gemeinsamen Weg begleiten möge. Die Mitglieder des Zentralausschusses rief Tveit dazu auf, am Gebet für ihn festzuhalten: “Bitte hört nicht auf für mich zu beten!”
Für Martin Schindehütte, EKD-Auslandsbischof ist der Ausgang der Wahl ein “ganz wichtiger Neubeginn der Arbeit des ÖRK”. Er sei sehr froh darüber, dass die Wahl in einer “guten, konstruktiven Atmosphäre” abgelaufen sei. Er werte dies als Ausdruck eines “neu gewachsenen Vertrauens” im Zentralausschuss. Er rechne damit, dass Tveit auch die “inneren Entwicklungen, die der ÖRK vollziehen muss” voranbringen werde.
Christina Biere aus Greifswald sprach von einer “wunderbaren” Vorstellungsrede Tveits, in der er es verstanden habe, in authentischen Worten “Nord und Süd zu vereinen”. Wenn er in seine Amtszeit “auch nur ein bisschen” einbringe von dem Schwung der jungen Ökumeniker in Norwegen, die er in seiner Rede erwähnt hatte, dann könne man “sehr glücklich sein”.
“Die Stimmung nach der Wahl ist geprägt von Hoffnung,” erklärte Dr. Emilio Castro, der von 1985 bis 1992 ÖRK-Generalsekretär war. “Ich bin sicher, dass es bei diesem Prozess weder Sieger noch Besiegte gibt, sondern dass die ökumenische Bewegung gestärkt hervorgegangen ist. Ich bin überzeugt, dass die besten Jahre des ÖRK vor uns liegen.”
Nach Ansicht der württembergischen Pfarrerin Heike Bosien verbindet Tveit in seiner Person eine skandinavisch-europäische Perspektive mit einem “weiten Horizont”, den er durch seine vielen ökumenischen Erfahrungen bekommen habe. Damit sei ein “wirklicher Neuanfang im ÖRK” möglich.
Seit 2002 ist Dr. Olav Fykse Tveit Generalsekretär des Rats der Norwegischen Kirche für ökumenische und internationale Beziehungen. Tveit ist Mitglied der ÖRK-Plenarkommission für Glauben und Kirchenverfassung und Mitglied des Vorstandes und Exekutivausschusses des Christlichen Rates Norwegens.
Tveit war einer von zwei Kandidaten für die Wahl zum höchsten Amt des ÖRK. Weiterer Kandidat war Pfarrer Dr. Park Seong-won, presbyterianischer Theologe aus Südkorea. Tveit tritt die Nachfolge von Generalsekretär Pfarrer Dr. Samuel Kobia an, der im Februar 2008 dem ÖRK-Zentralausschuss mitgeteilt hatte, dass er für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. Kobia hat das Amt des Generalsekretärs seit 2004 inne.
]]>Zur ACK Deutschland gehören 17 Mitgliedskirchen, darunter neben den beiden grossen Kirchen auch Alt-Katholiken, Orthodoxe, Altorientalen, Anglikaner, Methodisten, Baptisten und Mennoniten. Drei Kirchen haben Gaststatus, und die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker) sowie drei zwischenkirchliche Organisationen sind ständige Beobachter.
Elisabeth Dieckmann findet die Ökumenische Centrale, die Geschäftsstelle der ACK Deutschland in Frankfurt/Main, in einer schwierigen Lage vor. Die beiden grössten Beitraggeber, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die römisch-katholische Kirche, hatten ihre finanziellen Zuwendungen aufgrund von Sparmassnahmen erheblich verringert, sodass in der Geschäftsstelle der Personalbestand drastisch abgebaut werden musste und dadurch die Handlungsfähigkeit der ACK stark eingeschränkt ist. Es hat den Anschein, dass die bilaterale Ökumene zwischen der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Kirchen in Deutschland auf Orts- und Kirchenleitungsebene funktioniert und daher der mühsamere “Umweg” über die ACK, um sich auch mit den kleineren Kirchen abzustimmen, in den Hintergrund tritt.
]]>Die Wahl des neuen ÖRK-Generalsekretärs findet während der Sitzung des Zentralausschusses vom 25. August bis 2. September in Genf statt. Der 62-jährige Amtsinhaber hatte im vergangenen Jahr überraschend seinen Verzicht auf eine Wiederwahl erklärt.
Dem ÖRK gehören 349 Kirchen und kirchliche Gemeinschaften aus 110 Ländern an.
http://www.eni.ch/
In ihrer Predigt zeigte sich Dr. Lehmeier begeistert von den vielfältigen ökumenischen Aktivitäten in der Region. “Ausgangspunkt für mich war die ökumenische Bibelwoche in Altenstadt.“ Bei aller Verschiedenheit habe sie dort einen gemeinsamen Geist bei allen Beteiligten gespürt. Den gegenseitigen Austausch habe sie als so bereichernd empfunden, dass sie Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Glaubensgemeinschaften einlud, um mit der Gründung einer regionalen Arbeitsgemeinschaft, ökumenische Aktivitäten zu fördern. „Wir brauchen einen festen Ort, wo Christentum auf ganz unterschiedliche Weise gelebt werden kann und darf. Tragen Sie die Begeisterung des gemeinsamen Glaubens an Jesus Christus auf allen Ebenen weiter“, appellierte Lehmeier an die Gemeinde. „Viele Strahlen sollen mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde in unsere Region ausstrahlen!“
Pfarrer Thomas Philipp leitete den Akt der Unterzeichnung ein und erinnerte an die langjährige ökumenische Partnerschaft mit der südindischen Diözese in East-Kerala. Als Vertreter der verschiedenen Konfessionen unterschrieben die Urkunde für die evangelisch-landeskirchlichen Dekanate Dekanin Sabine Bertram-Schäfer, Dekanat Büdingen, Dekan Manfred Patzelt, Dekanat Nidda, Dekan Wolfgang Keller, Dekanat Schotten, für das römisch-katholische Dekanat Wetterau-Ost Dekan Rupert Rützel, Pfarrer Mathias Forchheim für die SELK, Pastor Carl Hecker für die Evangelisch-methodistische Kirche sowie Pastor Tilo Linthe für die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gedern und Limeshain (Baptisten).
Die ACK Wetterau-Ost ist Teil der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutsch-land, dem repräsentativen Organ und Forum der christlichen Kirchen. Die Einheit der Christen zu fördern, ist das Ziel der ökumenischen Bewegung. In vielen Ländern geschieht dies durch Nationale Kirchen- und Christenräte. In Deutschland ist die ACK das repräsentative Organ und Forum der christlichen Kirchen. Derzeit gehören 16 Kirchen als Mit-glieder und 4 Kirchen als Gastmitglieder zur ACK (Evangelische Kirche in Deutschland, Römisch-katholische Kirche, Orthodoxe Kirchen, Orientalisch-Orthodoxe Kirchen, evangelische Freikirchen und andere kleinere Kirchen). Dazu kommen 3 Gruppierungen bzw. Organisationen als Ständige Beobachter. Damit repräsentiert die ACK ein weites und vielfältiges Spektrum der kirchlichen Ökumene. Mit der regionalen Gründung wollen die Mitglieder der ACK Wetterau-Ost in ihren Gemeinden und Untergliederungen besonders einen Prozess des Aufeinanderzugehens, des Dialogs, des gegenseitigem Verstehens und der Solidarität fördern. So soll es zu Formen des gemeinsamen Lebens, des gemeinsamen Handelns, des gemeinsamen Feierns der Gegenwart Gottes und des gemeinsamen Zeugnis-ses kommen.
Landrat Joachim Arnold (Wetterau) nannte es einen Fortschritt, dass sich nun die Kirchen christlichen Glaubens in der östlichen Wetterau zur ACK zusammengeschlossen haben, um Trennendes zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu fördern. Ein weiteres Grußwort der ACK Hessen-Rheinhessen wurde von Pfarrerin Dr. Lehmeier verlesen. Der Vor-sitzende des Kirchenvorstandes der evangelischen Gemeinde Ortenberg, Dietmar Patt, sprach als Ortenberger Bürger. Er habe es als Mitglied einer überwiegend katholischen Familie als angenehm empfunden, wie seit langem in Ortenberg Ökumene aktiv gelebt werde. Er wünschte der ACK Gottes Segen für ihre Arbeit.
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