ORTENBERG – (gho) Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Ortenberger Marienkirche konstituierte sich am Pfingstmontag die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Wetterau-Ost. Pfarrerin Sabine Bertram-Schäfer, Dekanin des evangelischen Dekanates Büdingen, begrüßte die versammelte Gottesdienstgemeinde und die Vertreter der Kirchen. Sie würdigte besonders das Engagement von Pfarrvikarin Dr. Karin Lehmeier, die den Prozess bis zur Gründung maßgeblich vorangetrieben habe.

„Dr. Lehmeier ist es zu verdanken, dass diese Arbeitsgemeinschaft nun Wirklichkeit werden kann.“ Gleichzeitig bedauerte Bertram-Schäfer, dass Karin Lehmeier nun aus dem Amt als Ökumenereferentin der Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Dekanate Büdingen-Nidda-Schotten ausscheide. Mit Pfarrer Thomas Philipp, der die Geschäftsführung der ACK Wetterau-Ost übernehme, sei jedoch ein kompetenter Nachfolger gefunden, sagte sie zuversichtlich. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst, der von den Vertretern der verschiedenen Konfessionen gestaltet wurde, vom Posaunenchor der Selbständig-Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) Usenborn und von Andrea Schima an der Orgel.

In ihrer Predigt zeigte sich Dr. Lehmeier begeistert von den vielfältigen ökumenischen Aktivitäten in der Region. “Ausgangspunkt für mich war die ökumenische Bibelwoche in Altenstadt.“ Bei aller Verschiedenheit habe sie dort einen gemeinsamen Geist bei allen Beteiligten gespürt. Den gegenseitigen Austausch habe sie als so bereichernd empfunden, dass sie Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Glaubensgemeinschaften einlud, um mit der Gründung einer regionalen Arbeitsgemeinschaft, ökumenische Aktivitäten zu fördern. „Wir brauchen einen festen Ort, wo Christentum auf ganz unterschiedliche Weise gelebt werden kann und darf. Tragen Sie die Begeisterung des gemeinsamen Glaubens an Jesus Christus auf allen Ebenen weiter“, appellierte Lehmeier an die Gemeinde. „Viele Strahlen sollen mit der Unterzeichnung der Gründungsurkunde in unsere Region ausstrahlen!“

Pfarrer Thomas Philipp leitete den Akt der Unterzeichnung ein und erinnerte an die langjährige ökumenische Partnerschaft mit der südindischen Diözese in East-Kerala. Als Vertreter der verschiedenen Konfessionen unterschrieben die Urkunde für die evangelisch-landeskirchlichen Dekanate Dekanin Sabine Bertram-Schäfer, Dekanat Büdingen, Dekan Manfred Patzelt, Dekanat Nidda, Dekan Wolfgang Keller, Dekanat Schotten, für das römisch-katholische Dekanat Wetterau-Ost Dekan Rupert Rützel, Pfarrer Mathias Forchheim für die SELK, Pastor Carl Hecker für die Evangelisch-methodistische Kirche sowie Pastor Tilo Linthe für die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gedern und Limeshain (Baptisten).

Die ACK Wetterau-Ost ist Teil der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutsch-land, dem repräsentativen Organ und Forum der christlichen Kirchen. Die Einheit der Christen zu fördern, ist das Ziel der ökumenischen Bewegung. In vielen Ländern geschieht dies durch Nationale Kirchen- und Christenräte. In Deutschland ist die ACK das repräsentative Organ und Forum der christlichen Kirchen. Derzeit gehören 16 Kirchen als Mit-glieder und 4 Kirchen als Gastmitglieder zur ACK (Evangelische Kirche in Deutschland, Römisch-katholische Kirche, Orthodoxe Kirchen, Orientalisch-Orthodoxe Kirchen, evangelische Freikirchen und andere kleinere Kirchen). Dazu kommen 3 Gruppierungen bzw. Organisationen als Ständige Beobachter. Damit repräsentiert die ACK ein weites und vielfältiges Spektrum der kirchlichen Ökumene. Mit der regionalen Gründung wollen die Mitglieder der ACK Wetterau-Ost in ihren Gemeinden und Untergliederungen besonders einen Prozess des Aufeinanderzugehens, des Dialogs, des gegenseitigem Verstehens und der Solidarität fördern. So soll es zu Formen des gemeinsamen Lebens, des gemeinsamen Handelns, des gemeinsamen Feierns der Gegenwart Gottes und des gemeinsamen Zeugnis-ses kommen.

Landrat Joachim Arnold (Wetterau) nannte es einen Fortschritt, dass sich nun die Kirchen christlichen Glaubens in der östlichen Wetterau zur ACK zusammengeschlossen haben, um Trennendes zu überwinden und Gemeinsamkeiten zu fördern. Ein weiteres Grußwort der ACK Hessen-Rheinhessen wurde von Pfarrerin Dr. Lehmeier verlesen. Der Vor-sitzende des Kirchenvorstandes der evangelischen Gemeinde Ortenberg, Dietmar Patt, sprach als Ortenberger Bürger. Er habe es als Mitglied einer überwiegend katholischen Familie als angenehm empfunden, wie seit langem in Ortenberg Ökumene aktiv gelebt werde. Er wünschte der ACK Gottes Segen für ihre Arbeit.

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