Katholischer Moraltheologe kritisiert evangelischen Profilierungstrend
24. April 2009 abgelegt unter Evangelisch, Katholisch, Ökumene.
FREIBURG – (APD) Der römisch-katholische Theologe Eberhard Schockenhoff, Professor für Moraltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau, befürchtet eine Schwächung des christlichen Standpunktes in ethischen gesellschaftlichen Debatten. Als Grund nannte er Kathpress zufolge am 23. April in Karlsruhe die evangelischerseits forcierte “Ökumene der Profile”. Das Beharren auf unterschiedlichen evangelischen und römisch-katholischen Ethik-Positionen und wechselseitige Sich-Abgrenzen führe zur “Marginalisierung der christlichen Stimme”, befürchtet der Theologe.
Nach Ansicht Schockenhoffs, der Mitglied im Deutschen Ethikrat ist, vertreten die beiden grossen christlichen Kirchen seit einigen Jahren in wichtigen ethischen Fragen keine gemeinsamen Positionen mehr. Das gelte etwa auf dem Gebiet der Bioethik oder in der Bewertung alternativer Lebensformen zur Ehe.
Vor allem protestantische Theologen sprächen von angeblichen ethischen Grunddifferenzen zwischen beiden Grosskirchen. Diese Behauptung sei historisch falsch. Es bestehe vielmehr eine Verpflichtung, auch in konfessioneller Verschiedenheit eine gemeinsame christliche Position zu den Problemen der Gegenwart zu finden und zu vertreten, sagte Schockenhoff.
Der Theologe wandte sich gegen evangelische Strömungen, die die protestantische Ethik als eine im Vergleich zur katholischen Ethik liberalere, modernitätsfähigere Variante des Christentums darstellten. Eine solche Arbeitsteilung könne es vom Selbstverständnis beider Kirchen her nicht geben. Beide Kirchen seien aufgerufen, christliche ethische Positionen so zu verkünden, dass die Menschen daraus eine verlässliche Orientierung in moralischen Konflikten schöpfen könnten.
Eberhard Schockenhoff wurde 2001 durch die Bundesregierung in den Deutschen Ethikrat berufen. Er ist ferner Geschäftsführender Herausgeber der Zeitschrift für Medizinische Ethik und seit 1995 Mitglied der Gemeinsamen Römisch-katholischen/Evangelisch-lutherischen Kommission für die Einheit, die vom Lutherischen Weltbund (LWB) und dem Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen getragen wird.
10. Juni 09 um 21:04
Was heißt eigentlich Ökumene, ganz praktisch?
Mich interessiert keine akademische Grundsatzdiskussion, sondern
schlicht die Frage, was ist Gottes Wille.
Religiöse Toleranz ist unbestritten richtig und grundgestzlich garantiert.
Gespräche über den Glauben auch über Konfessiongrenzen hinweg
begrüße ich sehr.
Wenn ich aber meinen Glauben verwässere, nur um besser anzukommen, oder nicht als hardliner zu gelten, mach ich etwas
falsch.
Als gläubiger Katholik habe ich geschichtliches Verständnis für
die Reformation. Meinem Glauben entspricht sie aber nicht.
Natürlich kann man den Ablasshandel kritisieren.
Das rechtfertigt aber nicht, fundamentale Glaubensinhalte zu ändern.
Ich halte z.B. den Rosenkranz nach dem Vater Unser für eines der wichtigsten Gebete. Das sehen Protestanten ganz anders.
Auch habe ich ein anderes Heiligenverständnis als Protestanten u.a.
Hier gibt es keine Annäherung.
Wie soll die denn auch aussehen?
Ich bin kein Richter und verurteile niemanden, der einen anderen
Glauben hat.
Eine vermischte Religion, nur wegen der Annäherung kann es aber auch nicht sein.