Führender nigerianischer Methodist leitet zwischenkirchliche Gruppe für die Konzeption einer “polyzentrischen” ökumenischen Bewegung
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3. Dezember 2007 abgelegt unter Methodisten, Ökumene.
BOSSEY – Der methodistische Erzbischof Michael Kehinde Stephen aus Nigeria ist zum Vorsitzenden des Fortsetzungsausschusses für Ökumene im 21. Jahrhundert gewählt worden. Diese Gruppe hat den Auftrag, Initiativen im Rahmen der globalen Bemühungen um christliche Einheit zu ermutigen und einen Überblick herzustellen. Alle vierzehn Mitglieder bestätigten die Wahl auf der ersten Tagung des Ausschusses vom 18. bis 20. November in Bossey, Schweiz, im Konsens.
Erzbischof Stephen war bereits bei zwei früheren Konferenzen aktiv, die zur Einrichtung des Fortsetzungsausschusses führten: einer Konsultation 2003 in Antelias, Libanon, zur “Neugestaltung der ökumenischen Bewegung” und einer Konsultation mit 106 Teilnehmenden Ende 2004 in Chavannes-de-Bogis, Schweiz, zu “Ökumene im 21. Jahrhundert”.
Ein Alphorn-Quartett hieß den Ausschuss im Ökumenischen Institut in Bossey willkommen. Während der Eröffnungsandacht erinnerten die Klänge der Alpeninstrumente ebenfalls an den Schweizer Kontext für diese Zusammenkunft christlicher Führungspersonen aus sechs Teilen der Welt. In der Gruppe sind Orthodoxe, Katholiken, Anglikaner, Protestanten und Pfingstkirchen vertreten wie auch christliche Jugendorganisationen, regionale ökumenische Organisationen, weltweite christliche Gemeinschaften, nationale Kirchenräte sowie Nothilfe- und Entwicklungseinrichtungen.
Georges Lemopoulos, stellvertretender Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), stellte fest, dass der Prozess, der von Antelias nach Bossey geführt hat, vom ÖRK zwar unterstützt, aber nicht kontrolliert werde. In den vergangenen Jahren, so Lemopoulos, “haben wir uns tatsächlich davon gelöst, den ÖRK als zentrales, privilegiertes Instrument der ökumenischen Bewegung zu betrachten, und uns auf die Vision einer polyzentrischen Bewegung zubewegt”. Der Rat habe sich um neue und erneuerte Partnerschaften mit evangelikalen Gemeinschaften und Pfingstkirchen wie auch mit der römisch-katholischen Kirche bemüht, und dies in einer Weise, “die geprägt ist von einem Geist der Gegenseitigkeit und Zusammenarbeit, von einer Praxis miteinander geteilter Aufgaben und Ressourcen, von einer gemeinsamen Politik des Verzichts auf Wettbewerb und auf das Abstecken von Einflussbereichen”. Lemopoulos bezeichnete diesen Prozess als “eine gemeinsame Reise”, auf der der ÖRK administrative Hilfe leisten wolle, indem er für Kohärenz und Effizienz sorge.
Robina Winbush, Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses, vertrat ebenfalls die Ansicht, der Rat habe nicht den Wunsch, “Zentrum oder Kontrollstelle” für neue Initiativen auf dem Weg zur Einheit in Christus zu sein. “Wir beschäftigen uns hier nicht mit Fragen institutionellen Überlebens”, meinte sie, “sondern wir versuchen zu definieren, was möglich ist. Ich bete dafür, dass wir auf diese Weise auch Klarheit über die Zukunft der Institutionen gewinnen.”
Rudolf von Sinner von der Theologischen Hochschule in São Leopoldo, Brasilien, wies darauf hin, dass das griechische Wort pistis sowohl “Glaube” als auch “Vertrauen” bedeuten kann. Indem Christen gegenseitig anerkennen, dass sie an den einen Gott glauben, können sie “es wagen, einander zu vertrauen. Das macht uns verletzbar, ist aber der einzige Weg, um sinnvolle Beziehungen aufzubauen.” Neben Vertrauen hob er auch die Notwendigkeit “konkreter Ziele” hervor, “von der praktischen Zusammenarbeit über die Stärkung von Beziehungen zwischen Gemeinden bis hin zum Engagement für eine gerechtere, demokratischere und friedlichere Welt”.
Mehrere Ausschussmitglieder berichteten über das Globale Christliche Forum, das umlängst in Limuru, Kenia, zusammengekommen war. Diese Veranstaltung habe Christen und Christinnen aus einem ungewöhnlich breiten Spektrum von Traditionen ermöglicht, ein gemeinsames Terrain für Dialog und Zusammenarbeit zu entdecken.
Der Fortsetzungsausschuss formulierte eine Reihe von Empfehlungen institutioneller Natur, die dem ÖRK-Zentralausschuss auf seiner Tagung im Februar 2008 vorgelegt werden sollen. So schlug er u.a. vor, dass verschiedene Organisationen eine erweiterte Versammlung zum Zeitpunkt der 10. ÖRK-Vollversammlung 2013 planen sollten. Dadurch würde zahlreichen christlichen Organisationen die Möglichkeit gegeben, “im eigenen Haus” anstatt “als Gäste” zusammenzukommen. Entsprechend sollte die Planung von ÖRK-Geschäftssitzungen getrennt von der Planung gemeinsamer Aktivitäten, einschließlich Gottesdiensten, vorgenommen werden.