Präses Schneider nach dem Kirchentag „Tiefe Sehnsucht nach ökumenischer Gemeinschaft“
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10. Juni 2007 abgelegt unter Ökumene.
KÖLN – Mit einem Marathonlauf verglich Präses Schneider auf der heutigen Pressekonferenz des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentages die Bemühungen um ökumenische Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche. „Umso dankbarer bin ich, dass der Kirchentag, gerade hier in Köln, so etwas wie eine Verpflegungsstation an der Laufstrecke war“, resümierte er. Hunderte Menschen, die am Donnerstag am Lima-Gottesdienst teilnehmen wollten, mussten weiterziehen, weil es keinen Platz mehr in der Kirche gab.
Auch der Kölner Dom, in dem gestern Abend ein ökumenischer Gottesdienst mit Kardinal Meisner, dem Metropoliten der griechisch-orthodoxen Kirche Augoustinos und Präses Schneider und gefeiert wurde, war überfüllt. „Mit ihrem Andrang haben die Menschen deutlich gemacht, wie groß die tiefe Sehnsucht nach ökumenischer Gemeinschaft ist“, so Schneider. Die Sehnsucht der Menschen nach mehr Miteinander, die am Ende des ökumenischen Gottesdienstes im spontanen Applaus zum Ausdruck gekommen sei, war erfüllend, so Schneider: Und dann ist es natürlich wie bei jeder Erfüllung: Sie macht Lust auf mehr.“
Kraft im Kampf um die Würde der Menschen
Auch den „Ruf nach Heiligendamm“ der am Donnerstag Abend vom Kirchentag ausging, lobte der Präses: „Mich hat die Veranstaltung sehr berührt, weil die Mischung auch unter den Teilnehmenden auf der Bühne gezeigt hat, dass der Kirchentag unter dem Dach des Wortes Gottes Menschen und Kräfte bündeln kann, die die Globalisierung als Gestaltungsaufgabe annehmen. Er betonte: „Wir haben auch mit leisen, bewegenden, sehr persönlichen Appellen Kraft im Kampf um die Würde aller Menschen.“
Darüber hinaus stellte der Präses ein gesteigertes Interesse der Kirchentagsbesucherinnen und –besucher an den Fragen zu Arbeit und Arbeitslosigkeit fest. Die entsprechenden Veranstaltungen waren, anders als bei vorangegangenen Kirchentagen, wieder gut besucht. „Wir brauchen die Stimme des Protestantismus und seiner Sozialethik, um unsere Gesellschaft auch an dieser brisanten Stelle nicht aus den Fugen geraten zu lassen“, sagte Schneider.
Aus Sicht der gastgebenden Landeskirche falle die Bilanz des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Köln positiv aus: „Die Evangelische Kirche im Rheinland blickt dankbar auf diesen Kirchentag in Köln: Was wir an Projekten und Ideen in den Kirchentag eingebracht haben, hat überwältigende Resonanz gefunden. Wir sind gerne Gastgeberin gewesen. Und ich hoffe, wir haben das auch gut gemacht“, sagte der Präses. Und weiter: „Wir sind mit offenen Augen, Ohren, Händen und Herzen auf unsere Gäste zugegangen. Und wir kehren reich beschenkt in unseren Gemeinde- und Glaubensalltag an Rhein, Ruhr, Mosel, Saar, Nahe, Glan und Wupper zurück.“ Die Begegnungen mit Besucherinnen und Besuchern des 31. Deutschen Evangelischen Kirchentags hätten der Evangelischen Kirche im Rheinland „Anstöße, Ideen gebracht und Mut gemacht, mit neuem Schwung vom offenen Himmel Gottes zu erzählen und so Menschen zum Glauben einzuladen“.